- DGK Herztage 2026: https://herzmedizin.de/fuer-aerzte-und-fachpersonal/dgk/kongresse/dgk-herztage-2026/programm.
Die interdisziplinäre „Great Debate" (Do., 24.09.) bildet einen Höhepunkt des Kongresses. Unter dem Vorsitz von Ingo Eitel (Lübeck), Daniel Steven (Köln) und Holger Thiele (Leipzig) werden drei zentrale Fragen im Pro-Contra-Format diskutiert: „Funktionelle TI und neues Vorhofflimmern: immer zuerst Ablation", „To close or not to close: Vorhofohrverschluss" sowie „Die moderne interventionelle Revaskularisation ist der operativen nicht unterlegen!"
Die Session verspricht lebhafte Auseinandersetzungen: Bei der Debatte zur Revaskularisation trifft ab 18:00 Uhr das Pro von Oliver Husser (München) auf das Contra von Holger Thiele (Leipzig). Beim Thema Vorhofohrverschluss argumentiert ab 17:30 Uhr Sven Möbius-Winkler (Jena) im Pro und Ulf Landmesser (Berlin) im Contra.
Leitlinien-Updates im Fokus (Freitag, 25.09.)
Gleich mehrere Sessions widmen sich neuen Leitlinien. Die Sitzung „Aktuelle Therapie der Herzinsuffizienz 2026" behandelt am Freitag Themen wie „New Kids on the Block" der medikamentösen Therapie, Optimierungspotential in der chronischen Herzinsuffizienz, End-Stage-Therapie mit Assist Device, ICD in der Primärprävention und Re-Digitalisierung bei Herzinsuffizienz. Ergänzt wird dies durch die Essentials der neuen Herzinsuffizienzleitlinie.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kardio-Nephrologie: Die Session „Kardiovaskuläre Erkrankungen bei chronischer Niereninsuffizienz" beleuchtet Prävention und Screening, den Zusammenhang von Diabetes, Niere und Herzinsuffizienz sowie neue therapeutische Optionen beim Hochrisikopatienten und das Wichtigste der neuen ESC-Leitlinie.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (Donnerstag, 24.09.)
In Partnerschaft mit dem ESC Digital Cardiology and Artificial Intelligence (DCAI) Committee widmet sich ein interaktives Format der „Künstlichen Intelligenz im Alltag der Kardiologie" – mit Themen von digitalen Tools für die intersektorale Kommunikation über Digitalisierung und AI in Krankenhaus und Rhythmusdiagnostik.
Gesundheitspolitik und Versorgungsstrukturen (Freitag, 25.09.)
Praxisrelevant ist die interaktive Sitzung „Zwei Jahre Krankenhausstrukturreform – kritische Reflexion", die die Ist-Situation und Zukunft aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: der Krankenkassen, der Krankenhäuser und der Universitätsmedizin. Das Thema Ambulantisierung greift eine Samstags-Session auf, die unter anderem das ambulante Operieren und das Beispiel „Same-day Discharge TAVI: Ziel oder Illusion" diskutiert.
Die Deutschen Rhythmus Tage unter Tagungspräsidentin PD Dr. Anja Schade (RHÖN-KLINIKUM AG, Campus Bad Neustadt) stellen die aktuellen Entwicklungen der Elektrophysiologie in den Mittelpunkt.
PFA & Innovation Summit zum Auftakt (Mi., 23.09.)
Bereits am Vorabend des Kongresses findet der PFA & Innovation Summit der AGEP statt. Der Summit bietet eine Plattform für den intensiven Austausch über aktuelle Entwicklungen der PFA und fördert die Vernetzung der deutschen EP-Community. Diskutiert werden Erfahrungen mit unterschiedlichen PFA-Plattformen, prozedurale Strategien, technologische Besonderheiten, neue Evidenz sowie zukünftige Entwicklungen und Innovationen.
Ein besonderes Highlight ist die Keynote Lecture: Um 19:55 Uhr spricht Vivek Reddy (remote) zum Thema „The Journey with the pulses: Waiting for the One More Thing?"
Weitere rhythmologische Schwerpunkte
Die interaktive Sitzung „Kardiale Stimulationstherapie 2026" behandelt am Donnerstag die Deviceauswahl, die Pro-Contra-Frage „Alle Ventrikelsonden sollten als LBBAP implantiert werden" sowie das AV-synchrone kabellose Pacing. Zur ICD-Therapie widmet sich am Freitag ein Live-in-the-Box-Format der „Innovativen und individualisierten ICD-Therapie" mit der provokanten Frage „LifeVest in der Primärprävention – lebensrettend oder teure Spielerei?"
Zur internationalen Vernetzung trägt am Donnerstag eine Joint Session mit der International Society for Holter and Noninvasive Electrocardiology (ISHNE) bei, die das autonome Nervensystem als therapeutisches Ziel bei Arrhythmien behandelt – inklusive Post-COVID-Dysautonomie, Katheterablation bei PoTS und IST sowie Cardioneuroablation.
Der 12. Kongress der AGIK unter Tagungspräsidentin Prof. Dr. Tanja Katharina Rudolph (Bad Oeynhausen) setzt auf interaktive Formate. Im AGIK Plenum werden aktuelle Aspekte zur koronaren Herzerkrankung sowie zu Klappenvitien diskutiert, wobei edukative Live-in-the-Box Case-Fälle die klinische Relevanz betonen.
Frauenherzen im Fokus (Do., 24.09.)
Besonders hervorzuheben ist das interaktive Format „Frauenherzen im Katheterlabor". Unter dem Vorsitz von Ulf Landmesser (Berlin) und Jana Boer (Erfurt) startet es um 08:35 Uhr mit einer Keynote Lecture von Christiane Tiefenbacher (Wesel) und behandelt anschließend fallbasiert SCAD (Christina Magnussen), Mikrozirkulationsstörung mit ACh-Testung (Peter Ong) und Takotsubo (Bastian Bruns).
Aortenklappe im Lifetime-Management (Fr., 25.09.)
Das interaktive Format „Lifetime-Management der Aortenklappenstenose in 2026" bietet fallbasierte Entscheidungen zwischen TAVI und SAVR sowie die Themen erhöhte Gradienten nach TAVI und Prothesenendokarditis als unterschätztes Lifetime-Risiko.
Simulation und Virtual Reality (Samstag, 26.09.)
Beim „AGIK LAA 360°"-Workshop kommen Artiness VR-Brillen für Einblicke in die LAA-Anatomie und Optionen zum sicheren LAA-Verschluss zum Einsatz. Zudem ermöglicht der AGIK Simulator Workshop in Kooperation mit mehreren Industriepartnern die Implantation realer, handelsüblicher Devices unter Live-Guiding mittels TEE und ICE.
Das Basic Science Meeting, organisiert von Prof. Dr. Harald Langer (Mannheim) und Prof. Dr. Rabea Hinkel (Göttingen), bietet einen tiefen Einblick in die molekularen Grundlagen kardiovaskulärer Erkrankungen.
Zu den englischsprachigen Highlights gehört am Donnerstag die Session „Targeting of fibrosis in heart failure" der AG 8, die klinische Aspekte und molekulare Mechanismen der kardialen Fibrose sowie neue Targeting-Strategien behandelt. Am Freitag greift die Session „Disease-Modifying Therapies" der AG 31 Themen wie synthetische CRISPR-Activation bei nicht-genetischer Herzinsuffizienz und Gentherapie für kardiovaskuläre Erkrankungen auf.
Die Akademie-Foren, organisiert von Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher (Wesel) und Prof. Dr. Albrecht Elsässer (Oldenburg), sind ein bewährtes Highlight. Sie sind für alle Kongressteilnehmenden kostenfrei zugänglich. Die Themen umfassen Herzinsuffizienz, Bildgebung, Rhythmologie, Kardiologie allgemein, invasive Kardiologie sowie die hausärztliche Tätigkeit.
How to Herzinsuffizienz (Do., 24.09.)
Dieses praxisorientierte Forum fokussiert zentrale diagnostische und therapeutische Schritte: die echokardiographische Erstbeurteilung, die leitlinienorientierte Stabilisierung bei akuter Dekompensation, die differenzierte Auswahl inotroper Substanzen sowie die essentielle Patientenedukation vor Entlassung.
Smart Imaging (Do., 24.09.)
Das Forum beleuchtet den sinnvollen Einsatz multimodaler Bildgebung. Die Echokardiographie ist als First-Line-Methode unverzichtbar; darauf aufbauend ermöglicht die Verzahnung mit CT, MRT und KI eine präzise Phänotypisierung und Risikostratifizierung, die die Dauer verkürzt und Komplikationen minimiert.
Rhythmologie kompakt 2026 (Fr., 25.09.)
In fünf Vorträgen unter dem Vorsitz von Christian Veltmann und Maura Magdalena Zylla werden Vorhofflimmern, ventrikuläre Tachykardien und Extrasystolen, die kardiale Resynchronisationstherapie sowie vererbbare Kardiomyopathien behandelt.
Auch der Nachwuchs wird gezielt angesprochen. Die Session „Kardiologie von morgen" diskutiert am Donnerstag aktuelle Themen wie die Weiterbildungsordnung 2027, Leistungsgruppen und Hybrid-DRGs sowie die Vereinbarkeit von Weiterbildung, Forschung und Familie.
Dieser Überblick stellt nur eine Auswahl aus dem reichhaltigen Programm der DGK Herztage 2026 dar. Wir laden Sie herzlich ein, das vollständige Programm zu erkunden und sich Ihre persönliche Agenda zusammenzustellen. Bitte beachten Sie, dass alle Programmpunkte unter dem Vorbehalt von Änderungen stehen.