- Mazhar F et al., Systemic Inflammation and the Risks of Adverse Kidney Outcomes in Adults With Atherosclerotic Cardiovascular Disease. American Journal of Kidney Diseases 2025; 86(3): 314–323.E1
Die Bestimmung des Entzündungsmarkers CRP ist in der Routineversorgung gängig, allerdings in der Regel nicht explizit zur Risikostratifizierung der Nieren. Ob er sich speziell dafür eignet, wollten die schwedischen Forscher herausfinden und griffen auf Daten von rund 80.000 Patienten aus der Kohortenstudie SCREAM (Stockholm CREAtinine Measurements) zurück, die über mehrere Jahre regelmäßig CRP-Tests unterzogen wurden. Die meisten Teilnehmer litten an einem Schlaganfall, Myokardinfarkt oder einer Angina pectoris; knapp 60 % hatten eine systemische Entzündung (CRP ≥ 2 mg/l).
Endpunkte waren akutes Nierenversagen (AKI) sowie eine Kombination aus Verschlechterung der Nierenleistung, Nierenversagen oder Initiierung einer Nierenersatztherapie.
Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 6,4 Jahren traten 8.371 Nierenereignisse, 10.757 AKI-Ereignisse und 24.954 Todesfälle auf. Im Vergleich zu CRP-Werten < 1 mg/l waren höhere Werte mit einem erhöhten Risiko für beide Endpunkte verbunden.
Aus Sicht der Studienautoren könnte CRP somit ein geeigneter Marker zur nephrologischen Risikostratifizierung von ASCVD-Patienten sein. Ein Anstieg der Entzündungswerte könnte die behandelnden Ärzte dazu veranlassen, die Nierenfunktion zu überprüfen und rechtzeitig protektive Maßnahmen einzuleiten.
Darüber hinaus könnten Patienten identifiziert werden, die möglicherweise von einer gezielten antiinflammatorischen Therapie profitieren. Ob Wirkstoffe wie Colchizin, das zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen bereits eingesetzt wird, auch der Nierenprotektion dienen, müsse allerdings noch erforscht werden.