Der Auftakt: Visionen und Ehrungen
Die Eröffnung des Kongresses findet am Mittwoch, den 3. Juni, statt. Unter dem Vorsitz des EULAR-Präsidenten Xenofon Baraliakos (Deutschland) wird die Opening Plenary nicht nur Einblicke in die strategischen Aktivitäten der Fachgesellschaft geben, sondern auch herausragende Leistungen der rheumatologischen Gemeinschaft mit zahlreichen Preisen würdigen.
„What is New“ (WIN): Kompaktes Wissen für die Praxis
Die beliebten WIN-Sitzungen liefern ein schnelles Update zu den wichtigsten Entwicklungen, die im klinischen Alltag eine wichtige Rolle spielen und den Praxisalltag direkt beeinflussen.
- Psoriasis-Arthritis (PsA): Im Anschluss an die Eröffnung beleuchtet Dennis McGonagle (Nordirland) die neuesten Entwicklungen in der Pathophysiologie und zukünftige Forschungsrichtungen der PsA (3. Juni, 14:15 Uhr).
- Rheumatoide Arthritis (RA): Den Abschluss des Kongresses bildet am Samstag ein Fokus auf den Paradigmenwechsel in der RA-Pathogenese, präsentiert von Elena Nikiphorou (Großbritannien) (6. Juni, 12:30 Uhr).
Therapie-Fortschritte
Insbesondere neue zelluläre Therapieansätze werden in London in diesem Jahr ausgiebig behandelt. In den Abstract-Sitzungen werden hierzu die entsprechenden Daten präsentiert:
- Management von CAR-T-Relapsen: Bereits am ersten Kongresstag, Mittwoch, den 3. Juni (16:30-16:40 Uhr), rückt das Management von Rückfällen nach einer autolagen CD19-CAR-T-Zell-Therapie bei SLE, systemischer Sklerose und Myositiden in den Fokus. Andreas Wirsching (Deutschland) stellt hierzu wichtige Erkenntnisse aus einer aktuellen Fallserie vor.
- „Off-the-Shelf“ Dual-CAR-T-Zellen: Am Donnerstag, den 4. Juni (08:15-08:25 Uhr), folgt ein weiterer Sprung: Die Vorstellung von „Off-the-Shelf“ Dual-CAR-T-Zellen, die sowohl B- als auch T-Zellen adressieren und das ohne die bisher notwendige vorherige Konditionierung des Patienten.
Parallel dazu rücken etablierte Wirkstoffklassen in neue Indikationsgebiete vor:
- JAK-Inhibitoren bei Vaskulitis: Eine Sitzung unter dem Vorsitz von Bernhard Hellmich widmet sich am Mittwoch, den 3. Juni (14:15-15:30 Uhr) dem Einsatz von JAK-Inhibitoren bei Großgefäßvaskulitiden. Diskutiert wird hierbei insbesondere der Stellenwert dieser Substanzen bei der Riesenzellarteriitis und der Takayasu-Arteriitis.
Ergänzt wird dieser Schwerpunkt am Samstag, den 6. Juni (12:00-13:15 Uhr), durch die praxisnahe Session „I failed CAR-T - what's next?“, in der unter der Leitung von Russka Shumnalieva (Bulgarien) Strategien für das Therapieversagen bei zellulären Therapien erörtert werden.
KI im klinischen Alltag
Ein besonderer Schwerpunkt liegt 2026 auf dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz und Large Language Models (LLMs) auf die Rheumatologie.
- Spotlight-Session „AI vs The Doctor“: Am Samstag, den 6. Juni (12:00-13:15 Uhr), geht es mit Johannes Knitza (Erlangen) und Gerd R. Burmester (Berlin) um die fundamentale Frage: „(Wann) wird die KI den Rheumatologen ersetzen?“. Hier geht es um klinische Entscheidungsfindung, ethische und regulatorische Herausforderungen sowie “KI-Halluzinationen“.
- Hands-on AI – Klinisches Falllösen: Wer die Technologie selbst testen möchte, hat dazu in der praxisnahen Sitzung „Clinical Case Solving in Rheumatology – With and Without AI Support“ unter der Leitung von Gerd R. Burmester (Deutschland) und Thomas Hügle (Schweiz) gleich mehrfach Gelegenheit. Die gleiche Session wird an zwei Terminen angeboten (Mittwoch, 3. Juni: 14:15-15:30 Uhr; Freitag, 5. Juni: 10:30-11:45 Uhr). Teilnehmer können schwierige klinische Fälle mit und ohne KI-Unterstützung lösen, um die Grenzen und Potenziale dieser Technologie direkt erlebbar zu machen.
Diagnostik und klinische Fertigkeiten
Für den klinischen Alltag sind die Sitzungen zu bildgebenden Verfahren und diagnostischen Fallstricken unverzichtbar.
- Sonographie (Schulter & Ellbogen): Am Donnerstag, den 4. Juni (10:30-11:45 Uhr), leitet Marina Backhaus (Berlin) einen Hands-on-Workshop zur systematischen Evaluation großer Gelenke.
- HRCT bei SARD-ILD: Die „Practical Skills Lecture“ zur differenzierten HRCT-Diagnostik von Lungenbeteiligungen bei Autoimmunerkrankungen findet am Mittwoch, den 3. Juni (14:15-15:00 Uhr) statt.
- Live-Kapillaroskopie: Eine Demonstration der Videokapillaroskopie zur Frühdiagnostik von Kollagenosen können Sie am Mittwoch, den 3. Juni (14:15-15:30 Uhr) erleben.
Kontroversen auf dem Prüfstand
Diskussionen schärfen das Profil klinischer Entscheidungen. Ein Highlight ist die Debatte am Mittwoch:
- Polymyalgia Rheumatica (PMR): Gehört die PMR in die Hand des Hausarztes oder ist sie eine Domäne des Rheumatologen? Die Pro- und Contra-Argumente versprechen eine lebhafte Auseinandersetzung (Mittwoch, 3. Juni 2026, 14:15-15:30 Uhr).
Über den Tellerrand: Von Fatigue bis Weltraummedizin
Rheumatologie 2026 blickt auch in ungewöhnliche Richtungen:
- Fatigue: Eine Joint Session („Tired is not just a state of mind“) unter dem Vorsitz von Christina Düsing (Deutschland) widmet sich der Definition, Messung und Behandlung von pathologischer Erschöpfung (Mittwoch, 3. Juni 2026, 14:15-15:30 Uhr).
- Weltraummedizin: Unter dem Titel „Rheumatology: It's not Rocket Science, or is it?“ diskutiert Bimba Hoyer (Deutschland) mit Experten (und einem Astronauten) über die Auswirkungen extremer Umgebungen auf das Immunsystem und das Skelett – und was wir daraus für die Rehabilitation auf der Erde lernen können (Mittwoch, 3. Juni 2026, 14:15-15:30 Uhr).
Unsere Zusammenfassung stellt nur einen Bruchteil des Programms dar. Wir laden Sie ein, das vollständige und laufend aktualisierte Programm auf der offiziellen EULAR-Website zu besuchen.