COVID-19 bei entzündlich-rheumatischer Erkrankung

Die aktuelle Datenlage weist darauf hin, dass Menschen mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Infektion oder einen schwereren Krankheitsverlauf aufweisen. Laut Prof. Gerd Burmester scheinen allgemeine Risikofaktoren eine deutlich größere Rolle zu spielen.

Aktuelle Erkenntnisse zu Schlüsselfragen

Die aktuelle Datenlage weist darauf hin, dass Menschen mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Infektion oder einen schwereren Krankheitsverlauf aufweisen. Laut Prof. Gerd Burmester von der Berliner Charité scheinen allgemeine Risikofaktoren – wie hohes Alter, Übergewicht, kardiovaskuläre Vorerkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes – eine deutlich größere Rolle zu spielen.

Im Rahmen des virtuellen EULAR 2020 beantwortete Prof. Gerd Burmester von der Berliner Charité einige offene Fragen im Zusammenhang mit Medikationen, entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und COVID-19-Infektionen. Der Wissenschaftler betonte, ein Absetzen der immunmodulatorischen Medikation sei keine gute Idee, da Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen weder eine erhöhte Infektionshäufigkeit mit COVID-19 aufwiesen noch einen schwereren Verlauf der Infektion erlebten. Zudem könne eine Pausierung der Behandlung zu einem Rückfall der Erkrankung führen. Dies könne eine ungewollte immunologische Situation oder eine anschließende erhöhte Verabreichung von Cortisol herbeirufen und somit zu spezifischen Gefahren führen.

Zudem stellte Burmester den Mythos der Hydroxychloroquin-Verwendung in der Prävention oder Behandlung von COVID-19 als Schwindel dar. Einige Studien, die das Medikament untersuchten, seien entweder unkontrolliert oder dass das Medikament sei zusammen mit Begleitmedikamenten verabreicht worden. Burmester bemängelte zudem, dass Hydroxychloroquin bei Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen und kardiovaskulären Komorbiditäten verabreicht wurde. Die Studienergebnisse könnten somit nicht auf die üblichen Situationen bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen übertragen werden.

Zusätzlich wies Burmester darauf hin, dass nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen ursprünglich als gefährlich für COVID-19-Erkrankte angesehen wurden. Dies habe sich allerdings als nicht zutreffend herausgestellt, nichtsteroidale Antirheumatika könnten weiterhin genutzt werden. Auch ACE-Inhibitoren seien für die Behandlung von Rheuma-Erkrankten mit Bluthochdruck, die sich mit COVID-19 infizieren, weiterhin geeignet. In aktuellen Debatten werde sogar über eine mögliche positive Wirkung dieser Medikamente auf die Erkrankung gesprochen.

Quelle:
Burmester G. Immunosuppressants, Analgesics and Anti-Inflammatory Drugs: Three common myths COVID-19 and Medication Used in Rheumatology – Current Findings. EULAR E-Congress, 3-6 June 2020.

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