Neues aus der Parkinson-Forschung

Gibt es neue Therapien gegen Parkinson, die nicht nur Symptome dieser neurodegenerativen Erkrankung bekämpfen, sondern auch die Ursachen? Hier finden Sie die wichtigsten News.

Entscheidende Fortschritte bei der Frühdiagnose

Hat die Parkinson-Forschung Therapien gefunden, die nicht nur Symptome dieser neurodegenerativen Erkrankung bekämpfen, sondern auch die Ursachen? Hier finden Sie die wichtigsten News.

Allein 400.000 Betroffene in Deutschland, mehr als 7 Millionen weltweit – vor allem in den westlichen Ländern sind die Diagnosen von Morbus Parkinson laut Zahlen des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen und sollen Prognosen zufolge bis 2040 um das Dreifache anwachsen. Parkinson entsteht durch die Fehlfaltung des Proteins Alpha-Synuclein, wodurch sich das Eiweiß im Gehirn ablagert und irreversible Schäden entstehen. Die Folge sind Tremor, Gang- und Sprachstörungen oder Gedächtnisverlust.

Wie ist der aktuelle Stand in der Forschung im Jahr 2021?

Wenn sich diese Symptome zeigen, ist die Krankheit bereits weit fortgeschritten. Umso wichtiger ist es, Möglichkeiten zu finden, mit denen auf einfachem Wege eine frühe Diagnose der Krankheit ermöglich wird. Und auch, wirklich wirksame Therapien durch Medikamente oder Impfstoffe gegen Parkinson zu finden, die den Verlauf der Krankheit verzögern oder sogar stoppen können.

Die Parkinson-Forschung hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte vor allem bei der Frühdiagnose gemacht. Bei der Veranstaltung Highlights Digital im März 2021 freute sich die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (DPG) über erste vielversprechende Forschungsergebnisse aus klinischen Studien.

Unruhige Träume können Vorboten von Parkinson sein

Symptome wie Verstopfung, REM-Schlaf-Verhaltensstörungen (oder: Traumschlafstörungen), Geruchswahrnehmung und Depressionen können erste Anzeichen einer späteren Parkinson-Erkrankung sein, da sie Zeichen der typischen Nervenzellschädigung sind. Eine im April 2021 erschienende Publikation der Neurologin Daniela Berg von der Universität Kiel zeigt, dass vor allem die REM-Schlaf-Verhaltensstörung bei Menschen über 50 nach Ausschluss anderer Ursachen zu 80 Prozent auf eine Parkinson-Erkrankung hindeutet und die Patient:innen in den nächsten 15 bis 20 Jahren an Parkinson erkranken. Die Schlafstörung äußert sich durch einen lebhaften Muskeltonus während des Schlafes und erschreckende Träume. Durch die Frühdiagnose kann durch eine Veränderung des Lebensstils das Risiko gesenkt werden, später Parkinson zu bekommen. Aber auch Studien zu neuen Parkinson-Therapien können durch die Teilnahme von Menschen mit REM-Schlaf-Verhaltensstörung profitieren.

Hauttest ermöglicht frühe Diagnose von Parkinson

Wissenschaftler:innen der Universitäten Würzburg und Marburg zeigen in einer neuen Studie, dass sich das α-Synuclein-Protein auch in der Haut ablagert und so als Biomarker nutzen lässt. Die Forschenden untersuchten Patient:innen mit einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung mittels einer minimalinvasiven Hautbiopsie und konnten so zeigen, dass sich die Parkinson-Erkrankung Jahre vor den ersten sichtbaren Symptomen nachweisen lässt.

Parkinson mithilfe künstlicher Intelligenz erkennen

Digitale Techniken werden immer öfter in der Medizin eingesetzt, warum nicht auch gegen Parkinson? Was auf diesem Gebiet möglich ist, wird im Rahmen des Projektes Validating DIGItal biomarkers for better personalized treatment of Parkinson’s Disease (DIGIPD) am Fraunhofer SCAI erforscht. Änderungen von Sprache, Mimik oder Motorik werden über kleine Sensorgeräte erfasst und mit Sensordaten (digitalen Biomarkern) aus anderen Studien verglichen. Auf diese Weise ließen sich Prognosen zum Krankheitsverlauf erstellen. DIGIPD startete im Mai 2021 und wird in den kommenden drei Jahren wichtige Daten ermitteln.

Antikörpertherapie als Impfung gegen Parkinson

Auch bei der Therapie von Parkinson gibt es erst vielversprechende Studien. Der beste Kandidat ist die Antikörpertherapie und funktioniert wie ein Impfstoff. Nachdem den Parkinson-Patient:innen maßgeschneiderte Antikörper per Infusion verabreicht wurden, zeigte sich eine Reduktion des Proteins α-Synuklein im Nervensystem, das für die Eiweißablagerungen im Gehirn verantwortlich ist. Mit PASADENA und SPARK sind zwei weitere Antikörper-Studien mit rund 600 Patient:innen angelaufen, deren Ergebnisse in zwei Jahren erwartet werden. Dort werden die Antikörper zuerst bei Patient:innen ohne Symptome getestet, später sollen die Tests dann auch auf bereits erkrankte Menschen ausgeweitet werden.

Nächster Parkinson-Kongress findet 2022 statt

Die nächste Möglichkeit für eine umfassende Fortbildung und CME-Punkte auf dem Gebiet Parkinson bietet der nächste Kongress der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen vom 24. bis zum 26. März 2022 in Hannover. 

Quellen: 
1. Journal of Parkinson’s Disease, 2019; doi: 10.3233/JPD-181474
2. Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen
3. Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen

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