Von der App zum Roboter: Männergesundheit 2.0

November ist Männergesundheitsmonat - esanum startet anlässlich eine Reihe zum Thema. Den Anfang macht die digitale Welt und wie sie uns dabei helfen kann, zukünftig mehr Männer für Gesundheit zu begeistern.

Wie Digitalisierung die Männergesundheit voranbringen könnte

Seit Jahren bereits stagniert der Abstand der Lebenserwartung von Männern im Vergleich zu Frauen bei etwa fünf Jahren – und das, obwohl beide in der Lebenserwartung weiter zulegen konnten. So lag die Lebenserwartung für den Mann im Jahr 2020 bei 78,6 Jahren, die der Frauen bei 83,4 Jahren. Doch wie ist dieser Unterschied zu erklären? Und was ist zukünftig zu tun, daran etwas zu ändern?

Neben den hormonellen und körperbedingten Unterschieden gibt es vor allem Unterschiede im Gesundheitsverhalten von Männern und Frauen, die den Vorsprung der Frauen in der Lebenserwartung mit erklären könnten. „Während Frauen bereits seit der Jugend regelmäßig Vorsorgemedizin betreiben, sind Jungen und Männer eher Vorsorgemuffel – nur etwa 40% der Männer gehen regelmäßig zur Krebsvorsorge. Männer finden meist erst dann ihren Weg in die Praxis, wenn nichts mehr geht, um ihre Gesundheit dort wieder reparieren zu lassen“, weiß Prof. Dr. med. Frank Sommer, Urologe, erster Professor für Männergesundheit in Deutschland und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG).

Digitalisierung als Chance für mehr Männergesundheit

Es reicht offensichtlich nicht aus, Männern immer wieder die Vorteile der Gesundheitsvorsorge in Artikeln und Büchern zu erklären. Stattdessen könnte die Digitalisierung hier zukünftig neue Zugangswege für änner eröffnen.

Neben Auto, Sport und Themen rund um die Sexualität lieben Männer der Statistik zufolge alles Technische. So besitzen etwa 87% der Männer in Deutschland ein aktuelles Smartphone, bei den Frauen sind es im Vergleich dazu lediglich 79%. Zudem verfügen 86% der Männer über einen eigenen PC oder Laptop, bei den Frauen sind es 72%.

Darüber hinaus bestätigten 66% der Nutzer:innen von Gesundheitsapps, dass sie durch die Kontrolle der eigenen Daten ihr Gesundheitsverhalten verändert haben. So gaben beispielsweise 42% der Männer an, dass sie sich aufgrund der Empfehlungen ihrer App gesünder ernährten, fast jeder vierte aß sogar weniger als zuvor. Gerade mit Blick auf Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist das ein erster Erfolg, Männer mehr für das Thema Gesundheit zu interessieren und sie zu aktivieren.

Roboter als Therapeutika?

Neben Apps zur Gesundheitskontrolle gibt es aber auch bereits weiterreichende Systeme, die dem Mann z. B. bei sexuellen Störungen – wie z.B. Erektionsstörungen – zukünftig helfen sollen. Hierbei macht sich die Industrie die dem Mann ureigenste Neugier auf neue Entwicklungen zunutze. Und auch seinen natürlichen Spieltrieb.

So wurde unter anderem bereits auf der Männergesundheitskonferenz 2020 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Innovation aus dem Bereich der Robotik vorgestellt: der Sex-Roboter. Dieser, dem bisher nur weiblichen Körper exakt nachgebildete, interaktive "Therapeut" der Zukunft stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und soll es Männern ermöglichen, z. B. eine erektile Dysfunktion zu behandeln. In jedem Fall seien diese Roboter aber auch optisch deutlich ansprechender als eine entsprechende Vakuumpumpe - ein gängiges Mittel zur Behandlung von Erektionsstörungen aus der analogen Welt.  

Fazit

„Es wird sich in jedem Fall zeigen müssen, inwieweit Apps oder auch die Robotik das Gesundheitsbewusstsein der Männer auf spielerisch-informative Weise nachhaltig ansprechen können" so Prof. Sommer abschließend.

In jedem Fall sei jedoch dabei positiv zu bewerten, dass die Bemühungen, mehr Männer für Gesundheitsvorsorge zu begeistern, auch innovative, ganz brandaktuelle Wege gehen. Damit ist und bleibt die Männergesundheit ein zukunftsträchtiges Thema, dessen wir uns gemeinsam gern annehmen wollen.